Herbarium

Spitzwegerich

Spitzwegerich

hemmend - lindernd - reinigend

Der Spitzwegerich, auch Spießkraut, Lungenblattl oder Schlangenzunge genannt, gehört zu den typischen Gewächsen, die man am Wegesrand oder auf Wiesen vorfinden kann. Sein unscheinbares Erscheinungsbild und seine dezenten, gelben Blüten sollten jedoch nicht unterschätzt werden.

Die zerstoßenen oder zerkauten Blätter sind entzündungshemmend und können direkt auf der gereinigten Wunde aufgetragen werden, sie lindern auch den Juckreiz bei Stichen und reduzieren die Beschwerden bei offenen oder geschlossenen Blasen. Der aus den Blättern gewonnene Tee hilft bei Beschwerden der Atemwege und wirkt förderlich für die Immunabwehr.

Um Spitzwegerichsaft zu erzeugen, presst man die frischen Blätter aus. Eine alt hergebrachte Rezeptur für Spitzwegerichsirup zur Linderung von Hustenbeschwerden gibt an, die Spitzwegerichblätter in gereinigtem Wasser zu kochen, zu filtern und den entstandenen wässrigen Auszug mit der eineinhalbfachen Menge Zucker zu Sirup zu vermischen. Der Sirup wird mit einem Prozent Alkohol konserviert. Der Sirup ist kühl und dunkel gelagert, lange haltbar und sehr beliebt bei Kindern.

Ein stark konzentrierter Absud aus Blättern und Blütenstängel ist ein potentes Gegengift für alle Substanzen, die auf die Atemwege einwirken. Der Spitzwegerich hat ebenfalls eine blutreinigende Wirkung inne. Die fermentierten Wurzeln eignen sich dazu, Schädlinge zu vertreiben. Nach Insektenstichen ist der Spitzwegerich, zerrieben und auf den Stich aufgetragen, kühlend und lindernd zugleich.

Dieses Kraut ist nicht giftig. Die frischen Blätter können sogar dem Salat beigefügt werden. Die Wurzel ist zäh.

Die Schlangenzunge ist ein fantastisches Kraut. Kona, meine kleine Tochter, litt seit jeher unter Beschwerden der Atemwege. Jedes Jahr wiederholten sich dieselben Symptome zyklisch wiederkehrend. Die Heilerin eines benachbarten Ortes riet mir dazu, die Schlangenzunge zwischen April und August zu sammeln und die frischen Blätter auszupressen. Den dadurch gewonnenen Saft verrührte ich mit Zuckerrübenkonzentrat. Den so gewonnenen Saft gab ich meiner Kleinen jeden Morgen und jeden Abend, wenn die Beschwerden wiederkehrten und es linderte ihr Leiden deutlich, bis es schließlich zur Gänze verschwunden war. Kühl und dunkel gelagert hält sich der Saft für lange Zeit, um stets griffbereit zu sein, wenn ich ihn wieder benötigen sollte.

Die hier hinterlegten Texte, Schriftstücke, Rezepte usw. sind alle bereits grafisch aufgearbeitet und stehen euch als Download zur Verfügung. Sie können frei verwendet werden, euren Schriftsammlungen hinzugefügt werden und natürlich auch geteilt werden. Es wäre großartig wenn ihr uns als Quelle angeben würdet. Vielen Dank!

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